Die Rolle der KI: Denkpartner, nicht Ersatz
KI kann vieles – aber nicht alles. Die wichtigste Unterscheidung: KI unterstützt Lernprozesse, sie ersetzt sie nicht. Sie ist Werkzeug, nicht Ziel.
Was KI gut kann: Strukturieren, Erklären, Feedback geben, Varianten erstellen, Texte vereinfachen, Ideen generieren.
Was KI nicht kann: Verstehen, Motivation schaffen, pädagogische Beziehungen aufbauen, kontextsensitiv entscheiden.
Der Schlüssel liegt darin, KI gezielt für das einzusetzen, was sie gut kann – und den Rest bewusst selbst zu gestalten.
3 KI-Rollen für Lernprozesse
1. KI als Denkpartner
Wann nutzen: Bei komplexen Themen, zum Strukturieren von Gedanken
Beispiel: "Erkläre mir die Vor- und Nachteile von X, als würdest du mit einem Kollegen diskutieren."
2. KI als Feedbackgeber
Wann nutzen: Nach eigener Arbeit, für schnelle Rückmeldung
Beispiel: "Lies meinen Text und gib mir 3 konkrete Verbesserungsvorschläge zur Argumentation."
3. KI als Strukturierer
Wann nutzen: Zum Ordnen von Informationen, Erstellen von Übersichten
Beispiel: "Erstelle mir eine Mindmap-Struktur zum Thema X mit 5 Hauptästen."
Prompt-Logik: 4 Elemente für gute Ergebnisse
Die Qualität der KI-Antwort hängt direkt von der Qualität Ihrer Anfrage ab. Ein strukturierter Prompt folgt dieser Logik:
6 Prompt-Beispiele zum Kopieren
"Ich bin Schüler:in der 10. Klasse. Erkläre mir [Thema] in einfachen Worten. Nutze ein Alltagsbeispiel und fasse am Ende die 3 wichtigsten Punkte zusammen."
"Stelle mir 10 Prüfungsfragen zum Thema [X]. 5 leichte, 3 mittlere, 2 schwere. Gib mir nach jeder Frage die Möglichkeit zu antworten, bevor du die Lösung zeigst."
"Lies meinen Text und gib mir konkrete Verbesserungsvorschläge. Fokus auf: Struktur, Argumentation, Wortwahl. Schreibe nicht um, nur Tipps."
"Erstelle ein Arbeitsblatt für [Klasse] zum Thema [X]. Format: 3 Aufgaben mit steigendem Schwierigkeitsgrad. Jede Aufgabe mit Lösungshinweis für mich."
"Hier ist mein Originaltext: [Text]. Erstelle 3 Versionen: 1) Vereinfacht für schwächere Lernende, 2) Original, 3) Vertieft mit Zusatzfragen."
"Erstelle 5 Reflexionsfragen zum Thema [X], die Schüler:innen zum eigenständigen Nachdenken anregen. Keine Wissensfragen, sondern Denkfragen."
Qualitätscheck: Gute KI-Ergebnisse erkennen
Nicht jede KI-Antwort ist gut. Prüfen Sie immer kritisch:
- Sachlich korrekt? – Fakten überprüfen, besonders bei Zahlen und Namen
- Passend zum Niveau? – Sprache und Komplexität für Zielgruppe angemessen
- Strukturiert? – Klarer Aufbau, nachvollziehbare Gliederung
- Konkret? – Beispiele statt Allgemeinplätze
- Umsetzbar? – Ergebnis direkt verwendbar oder braucht es Nacharbeit?